Samstag 13.11.2021 – 13 Uhr – Rudolfplatz, Friedrichshain (Öffis: S-Bahnhof Warschauer Straße)

 

Mit einem großen Schrecken haben wir von den Absichten des aktuellen Eigentümers der „Zukunft am Ostkreuz“ erfahren, unser „Kiezjuwel“ ab dem 31.03.2022 kündigen zu wollen und somit einen jahrzentelangen wichtigen Kulturstandort und deren Mitarbeitende vor die Tür zu setzen. An  diesem Samstag, 13.11.2021 wollen wir deshalb mit euch und zahlreichen weiteren Nachbar*innen, Inititativen, Vereinen und Kiezgruppen lautstark gegen diese mehr als ungerechte Kündigung protestieren.

Als wir unsere Nachbarschaftsinitiative “Wem gehört der Laskerkiez” im Frühjahr ’21 gegründet haben, wussten wir bereits, dass die Trockland Management GmbH zwei Bürotürme links und rechts der “ZUKUNFT am Ostkreuz” bauen würde – allerdings war die ZUKUNFT damals noch sicher. Denn die Immobilienfirmen, die im Kiez bauen, schmückten sich mit kultureller Vielfalt und der Schaffung von Begegnungsräumen. Das ist ironisch und verlogen! Die Kündigung für die ZUKUNFT verschärft nun die Gesamtsituation. War bereits vorher die Nachbarschaft gegen den Bau der Luxusbüros, ist durch die Kündigung die Spitze des Eisbergs erreicht! Verdrängung von Kulturräumen sowie der Verlust des Arbeitsplatzes von über 17 Mitarbeitenden müssen verhindert werden!

Die Aktionen gegen die Kündigung der ZUKUNFT haben bereits tausende, teils prominente Unterstützer*innen über den Kiez hinaus in ganz Berlin. Die auf Change.org gehostete Petition zum Erhalt der ZUKUNFT zählt nun – wenige Tage seit Erstellung – über 5.500 Unterschriften.

Das alles scheint den Eigentümer des Geländes nicht zu beeindrucken – es ist nicht klar, was seine Absichten auf dem Grundstück sind. Möglicherweise muss die ZUKUNFT weichen, damit das Areal über einen längeren Zeitraum brachliegt. Der Eigentümer droht mit einem Abbruch der Verhandlungen, wenn sein Name in der Öffentlichkeit genannt wird. Lasst uns die ZUKUNFT retten – auch ohne Namen können wir Unrecht offenlegen! So oder so wird es ohne die ZUKUNFT für ihn ungemütlich werden.

Aber wir, die Nachbarschaft und alle Freund*innen der Kiez- und Kneipenkultur werden für unseren Freiraum, unseren Raum für Kultur und die Gemütlichkeit in der ZUKUNFT kämpfen.

Deswegen müssen wir uns mit dem wehren, was uns zur Verfügung steht: Nutzen wir unsere Stimme, unsere sozialen Kontakte, die Öffentlichkeit und die Medien, um alles Mögliche in Bewegung zu setzen und die Kündigung zu verhindern.

Wir sind eine kämpferische Nachbarschaft, die sich nicht damit abfindet, dass Kohle und Kies in unserem Kiez entscheiden, wer gehen muss und wer bleiben darf.

Deswegen rufen wir euch auf, euch uns anzuschließen: Am 13.11.21 ab 13 Uhr für die Zukunft der ZUKUNFT am Ostkreuz. Als Auftaktort haben wir den Rudolfplatz in Friedrichshain gewählt, von wo aus wir durch den Laskerkiez laufen werden, um unserer Wut über die Kündigung Luft zu machen.

 

Samstag 13.11.2021 – 13 Uhr – Rudolfplatz, Friedrichshain (Öffis: S-Bahnhof Warschauer Straße)

Unterschreibt auch die Petition auf Change.org zum Erhalt der ZUKUNFT am Ostkreuz:

https://www.change.org/p/abgeordnetenhaus-berlin-rettung-des-kulturstandortes-zukunft-am-ostkreuz

 

Am Abend des Dienstag, 26.10.2021 versammelten sich rund 70 Nachbar*innen am Rudolfplatz, Friedrichshain, um gegen die Kündigung der Wohnung einer bereits seit ca. 20 Jahren im Kiez ansässigen Familie und den von ihnen betriebenen Späti und Backshop zu protestieren.

Hierzu hatten Nachbar*innen und Freund*innen des Spätis gemeinsam mit uns als Bündnis „Wem gehört der Laskerkiez“ aufgerufen, nachdem wir vor knapp einer Woche von der Kündigung erfahren hatten. Fairerweise muss gesagt werden, dass die Familie aufgrund eines Wegzugs aus Berlin selbstständig die Wohnung am Rudolfplatz gekündigt hatte und die Hausverwaltung ihnen im Wissen um ihre Umzugspläne im Anschluss Kündigungen für ihren Backshop und ihren Späti überstellte. Die Familie äußerte uns gegenüber aber, dass die Kündigung der eigenen Wohnung für sie ein großer Fehler war und sie mit ihrer Wohnung und ihrem Gewerbe im Kiez bleiben möchten. Unglücklicherweise gab es aber bereits seit längerer Zeit, aufgrund von Lautstärke, Klagen von wenigen Nachbar*innen über die Gäste des Spätis, was die Situation nicht einfacher machte.

Für uns war klar: Ohne die Familie und ihr Gewerbe würde am Rudolfplatz nicht nur ein großes Loch entstehen – auch die vorhandenen nachbarschaftlichen Strukturen würden dadurch erheblich geschwächt, so dient doch insbesondere der Späti als ein Platz zum Austausch und Kennenlernen.

Am vergangenen Wochenende wurde an dem Späti ein Transparent aufgehängt, dass alle Nachbar*innen über die aktuelle Situation informiert. Geschrieben stand dort schlicht „Keine Kündigung. Wir wollen bleiben“.

Gemeinsam verteilten wir über 1000 Flyer in den umliegenden Straßenzügen, in denen die Situation beschrieben wurde und wir dazu aufriefen am Dienstagabend zu einem Solidaritätsfoto vor den Späti zu kommen. Darüber hinaus schrieben wir eine Mail an die entsprechende Hausverwaltung und den Eigentümer, mit der Bitte die Kündigungen zurückzunehmen. Zusätzlich wurden in und um den Späti innerhalb kürzester Zeit über 200 Unterschriften für den Erhalt gesammelt.

In Gesprächen und bei Aktionen zeigten sich zahlreiche Nachbar*innen entsetzt über die Kündigung, fragten wie sie unterstützen können oder versprachen am Dienstagabend mit dabei zu sein.

Die Aktionen zeigten schnell Wirkung: Die Familie wurde von der Hausverwaltung noch am Dienstag eingeladen, um über die aktuelle Situation zu sprechen. Auch in einem telefonischen Gespräch das mit der Hausverwaltung geführt wurde, machten sie deutlich, dass sie durchaus gewillt sind, sich um ihre Mieter*innen zu kümmern und Verantwortung zu übernehmen.

Das vorläufige Ergebnis des Gesprächs zwischen Familie und Hausverwaltung am Dienstag war dann, dass aller Voraussicht nach Späti, Backshop und Wohnung Vertragsverlängerungen bekommen bzw. die Kündigungen zurückgenommen werden – Im Gegenzug aber soll an Späti und Backshop in Zukunft ein Schild hängen, dass es verbietet sich nach 15 Uhr direkt vor dem Laden aufzuhalten und dort Alkohol zu konsumieren.

Am Dienstagabend dann kamen spontan über 70 Nachbar*innen zusammen, die lautstark und mit Schildern, Bildern und Transparenten ihre Solidarität mit der betroffenen Familie und ihrem Gewerbe bekräftigten. Auch viele Kinder aus den umliegenden Kitas und Schulen waren dabei, sprachen am Mikrofon darüber was der Späti für sie bedeutet und forderten, dass die Familie im Kiez bleiben darf. Besonders wichtig war ihnen zu betonen, dass auch ein Mitschüler in ihrer Klasse bleiben könne – dieser wäre bei einem drohenden Umzug der Familie voraussichtlich aus seinen gewohnten sozialen Strukturen und seinem freundschaftlichen Umfeld herausgerissen worden.

Insgesamt herrschte eine fast familiär, kämpferische Stimmung vor. Nachbar*innen ergriffen das Wort, tauschten sich miteinander aus und sprachen der Familie Kraft und Mut zu. Diese bedankte sich später ebenso bei allen Anwesenden und den Organisator*innen und hoffte, dass nun bald die Verträge unterschrieben werden können, damit alles sicher ist. Zwischen den Redebeiträgen wurde noch das ein oder andere von Nachbar*innen gewünschte Lied über die mitgebrachten Boxen gespielt und rund anderthalb Stunden nach Beginn war die kleine Kundgebung auch schon wieder beendet.

Zurück bleibt ein lautes, starkes und deutliches Zeichen der Nachbarschaft um den Rudolfplatz, dass hoffentlich noch lange nachklingen wird.

 

Nachbarschaften erhalten! Solidarische Kieze stärken! Gemeinsam wehren wir uns gegen Kündigungen unserer Nachbar*innen und Freunde!

Weiterer Bericht von einem anderen anwesenden Nachbarn:

https://kontrapolis.info/5329/

08.09.21

Liebe Nachbar*innen,

noch immer hält der Kölner Immobilienriese Pandion AG am Bau des Ostkreuz-Campus in unserer friedrichshainer Nachbarschaft fest. Trotz zahlreicher Proteste und Beschwerden, berechtigten Ängsten und Sorgen von Nachbar*innen, gibt es von dem Unternehmen kein Einlenken. Dreist und feist wird weiterhin behauptet „Partner für Lebensräume“ zu sein – obwohl klar ist, dass unser Kiez dadurch in den kommenden Jahren teurer und weniger lebenswert wird.

Wir befürchten steigende Mieten, Verdrängung der ansässigen Nachbarschaft, Kultureinrichtungen und der günstigen Kiez-Spätis, sowie eine von reichen Unternehmen diktierte Umstrukturierung unseres Viertels.

Zum Glück wurde auf der Pandion Baustelle bereits seit mehreren Monaten kein Bagger mehr bewegt. Der Weg stimmt, aber wir fordern weiterhin den sofortigen Baustopp des Ostkreuz-Campus sowie weiterer geplanter Luxusbauprojekte im Kiez!

Bis dato hat sich Pandion, die sehr auf ein gutes Image bedacht sind, auch aufgrund der Proteste in unserer Nachbarschaft, noch nicht getraut vor Ort offensiv für den Bau des Ostkreuz-Campus zu werben. Nun findet am kommenden Wochenende Samstag (11.09.) und Sonntag (12.09.) eine Imagewashing-Veranstaltung im Friedrichshain statt, bei der Pandion versucht Werbung für seinen Luxus-Eigentumswohnungsklotz „Pandion Midtown“ zu machen. Der Name des Hauptverantwortlichen für diesen unerwünschten Luxusbau heißt, ebenso wie beim Pandion Ostkreuz-Campus Mathias Groß. In Kooperation mit Arne Krasting, einem Stadtführer, der u.a. auch für die Bundeszentrale für politische Bildung und die Berliner Unterwelten e.V tätig ist, will Pandion an diesem Tag Interessierten eine Führung durch die Gewölbekeller der böhmischen Brauerei ermöglichen – natürlich nur um sich hinterher als „großer Freund der Kultur“ zu inszenieren, dem die in Berlin lebenden Menschen nicht total egal sind.

Gegen diese leicht zu durchschauende Image-Veranstaltung möchten wir gemeinsam mit euch protestieren. Pandion baut unsozial und gegen den erklärten Willen der Nachbarschaft. Es ist ein Hohn, einerseits Gentrifizierung und Verdrängung durch den alleinigen Bau von Luxusgebäuden massiv zu befeuern, andererseits Nachbar*innen ein paar Brotkrumen wie eine gratis Brauereiführung anzubieten.

Wir rufen dazu auf an unserer Protest Kundgebung am Sonntag teilzunehmen:

Protest-Kundgebungen gegen Pandion und ihre Imagewashing-Kampagne:

Sonntag 12 .09.21 – Friedenstraße 92 // 11:30 – 15:00 Uhr

Wer die Imagewashing-Führung auch ganz effektiv stören oder kritisch begleiten möchte, meldet sich unter event@pandion.de an oder versucht am Tag selbst einfach so teilzunehmen. Gemeinsam werden wir Pandion und seinen Unterstützer*innen einen Strich durch die Rechnung machen!

Lasst uns gemeinsam die Pandion-Propaganda-Show stören und kritisch begleiten!

Pandion wir wollen dich nicht – Du klaust uns unsere Kieze nicht!

 

 

Quelle: Mietenwahnsinn Nord (https://miwa.noblogs.org/)

Niemand daheim – Wie spekulativer Leerstand die Mieter*innen gefährdet

von: LM (Gastbeitrag aus der Nachbarschaft)

Der Mieter über dir ist schon vor einer ganzen Weile ausgezogen – und warum brennt in der Wohnung im dritten Stock eigentlich seit Monaten kein Licht?

Es handelt sich wahrscheinlich um bewusst erzeugten Leerstand und damit um eine sogenannte Zweckentfremdung. Im Land Berlin ist es gesetzlich verboten, Wohnraum länger als drei Monate leer stehen zu lassen. Und das aus gutem Grund: Viele Mieter*innen haben bereits erlebt, unter welchem Druck der Berliner Wohnungsmarkt steht. Der ein oder die andere wird an Besichtigungen mit dutzend anderen Interessent*innen teilgenommen haben.
Umso schlimmer ist es, zu wissen, dass Wohnungen bewusst „frei“ gehalten werden. Aber wozu?

Wächst die Zahl der nicht vermieteten Wohnungen, ist Obacht geboten. Es handelt sich wahrscheinlich um spekulativen Leerstand – und dieser ist seit 2014 durch das Land Berlin gesetzlich verboten. Angesichts steigender Quadratmeterpreise – 2008 lag der durchschnittliche Quadratmeterpreis bei Erwerb einer Eigentumswohnung in Friedrichshain-Kreuzberg bei ca. 2900 Euro, 2018 stieg er auf 6100 Euro[1]) – scheint es für Eigentümer*innen, die einen Verkauf einzelner Wohnungen oder der ganzen Immobilie planen, besonders lukrativ, Wohnräume nicht neu zu vermieten. Leerstand bietet die Möglichkeit, schneller in Eigentum umzuwandeln bzw. eine höhere Miete einnehmen zu können.

Verschiedene Kampagnen wie „Leerstand in Berlin-Mitte“ (Mieter*innen-Initiative „Mietenwahnsinn Nord“) machen die Problematik sichtbar. Nicht jeder Leerstand ist auf Anhieb erkennbar. Daher ist es wichtig, diesen zur Anzeige zu bringen. Der Verstoß gegen das Zweckentfremdungsverbot kann anonym über ein Kontaktformular des Landes Berlin beim jeweiligen Bezirk gemeldet werden. Es lohnt sich immer, auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, um Mieter*innen die Wohnungssuche zu erleichtern. Aber auch um sich und andere vor Spekulation mit und den Verlust der eigenen vier Wände zu schützen.

 

Zweckentfremdung melden: https://ssl.stadtentwicklung.berlin.de/wohnen/zweckentfremdung_wohnraum/formular/adresswahl.shtml

Mehr erfahren unter:

[1] Grunert, Marlene: Schöne leere Welt (o.J.): https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/leerstand-in-berlin-kampf-gegen-spekulation-mit-immobilien-16510705.html.

Liebe Lesende,

vielleicht wart ihr ja schon in unserem schönen Kiez spazieren, vielleicht habt ihr es ja auch schon woanders in der Stadt entdeckt: unser Logo. Kreisrund, weiß auf schwarz, ein Turm. Sieht super aus! Aber was hat es zu bedeuten? Es folgt eine kurze Erklärung.

Unser Nachbarschaftsbündnis „Wem gehört der Laskerkiez?“ hat sich im März 2021 gegründet und ist seitdem im Kiez gegen Luxusbauten, steigende Mieten und Gentrifizierung im Allgemeinen aktiv.

Namensgeber für den Laskerkiez ist die Laskerstraße. Warum diese? Läuft man vom Ostkreuz oder dem ://about blank in den Kiez, kommt man durch die Laskerstraße. Will man in die ZUKUNFT am Ostkreuz, geht man in die Laskerstraße. Chillt man auf der Laskerwiese, muss man in die  – HA! – Bödikerstraße. Diese wird aber zur Laskerstraße. Es war also naheliegend, diesen Namen zu wählen. Doch wer oder was ist ein Lasker?

Laut Wikipedia ist Lasker der Familienname folgender Personen (subjektive Auswahl der Autorin):

​​Anita Lasker-Wallfisch (* 1925), deutsch-britische Cellistin

Eduard Lasker (1829–188 zu4), deutscher Politiker und Publizist

Else Lasker-Schüler (1869–1945), deutsche Schriftstellerin

Emanuel Lasker (1868–1941), deutscher Schachweltmeister, Mathematiker und Philosoph

Mary Woodard Lasker (1900–1994), US-amerikanische Aktivistin für medizinische Forschung

Maya Lasker-Wallfisch (* 1958), britische Psychotherapeutin und Autorin

Renate Lasker-Harpprecht (1924–2021), deutsche Journalistin, Überlebende von Auschwitz

Es gibt also einige Personen, nach denen man eine Straße benennen kann. Oder andere Gebäude, wie die im Kiez bekannte Emanuel-Lasker-Schule in der Corinth / Ecke Modersohnstraße. Emanuel Lasker war jüdischer Schwachweltmeister und musste 1933 vor den Nazis fliehen.

Deswegen haben wir uns entschieden, ihm im Logo ein symbolisches Denkmal zu setzen – mit der Schachfigur Turm. Passt auch hervorragend zum Widerstand unseres Bündnisses gegen Luxusneubauten und Glaspaläste. Deswegen seht ihr im Logo auch, wie der kleine, wehrhafte Turm den großen Glasturm zum Einsturz bringt.

Glaspaläste und Büroräume entstehen in unserem Kiez nämlich gerade reichlich. Nur bestellt hat sie niemand. Auch in der Laskerstraße soll die seit langer Zeit bestehende und in der Nachbarschaft sehr populäre Kulturstätte „ZUKUNFT am Ostkreuz“ links und rechts von zwei Bürotürmen der Firma „Trockland“ im wahrsten Sinne des Wortes umzingelt werden.

Wie sich allerdings herausgestellt hat, ist die Laskerstraße gar nicht nach Emanuel Lasker, sondern nach Eduard Lasker benannt, seines Zeichens jüdischer Politiker und Jurist. Da wir Aktenordner als Symbol aber eher unsexy finden, entschieden wir unser Logo so zu lassen wie es ist und damit mehrere bekannte Persönlichkeiten zu ehren.

Wenn ihr also das nächste Mal irgendwo unser Logo entdeckt, wisst ihr Bescheid. Und dürft es gern weitererzählen.

Samstag: 10.7. 21, ab 21 Uhr.
Vor dem Nachbarschaftsgarten Laskerwiese
Bödiker Str/ Laskerstr.


Seit Jahrzehnten gibt es Klagen von Mieter*innen und stadtpolitischen Aktivist*innen über den Investor Padovicz und sein Firmenimperium. In dem Film „Mieter in Not“, der in der Reihe „Schattenwelten Berlin“ vom RBB ausgestrahlt wurde, sind viele der Vorwürfe gebündelt. Auch weitere bislang unbekannte unlautere Geschäftspraktiken des Firmenkonglomerats werden im Film aufgedeckt. Wir wollen den Film gemeinsam ansehen und dann mit Padovicz-Betroffenen aus verschiedenen Häusern und Stadtteilen darüber diskutieren. Dabei geht es auch um die Frage, wie eine Unterstützung der Betroffenen aussehen kann.

Wir laden zu einer gemeinsamen Veranstaltung der Stadtteilgruppen „Wir bleiben alle Friedrichshain“ und „Wem gehört der Laskerkiez?“ und der Bezirksgruppe Friedrichshain der Berliner Mietergemeinschaft

Am 19.06.21 fand im Laskerkiez ein Kiezspaziergang mit anschließendem Freilichtkino auf offener Straße statt. Um 19 Uhr trafen sich zahlreiche Nachbar*innen vor der Corinthstraße 56, um von dort aus durch den Laskerkiez bis über die Hauptstraße, entlang der Rummelsburger Bucht, zurück in den Laskerkiez zu ziehen. Unterwegs gab es verschiedenste Redebeiträge und Berichte über die geplanten oder sich bereits im Bau befindlichen Luxusbauprojekte. Vorbei ging es u.A. an dem Ostkreuz Campus der Pandion AG, dem Bauprojekt von Trockland am Markgrafendamm, dem riesigen Eigentumswohnungsblock mit Boarding House von Adam Europe Real Estate und vielen weiteren Projekten, die diesen Kiez und seine Struktur auf Jahrzente beschädigen werden. Um aber nicht nur Schlimmes berichten zu müssen, wurde auch auf solidarische und selbstverwaltete Strukturen im Kiez wie z.B. die Laskerwiese, das Hausprojekt Bödi 9, den Wagenplatz „Fips“, das About:blank, die „Zukunft am Ostkreuz“ und die vielen solidarischen, nachbarschaftlichen Spätis in der Corinthstraße und drumherum aufmerksam gemacht. Andere Nachbar*innen und Passant*innen wurden unterwegs immer wieder gegrüßt und über unsere Motivation informiert. Oft wurde begeistert Beifall geklatscht oder sich sogar der Demonstration angeschlossen. Ab 22 Uhr begann vor dem Ostkreuz-Campus der Pandion Ag dann das Kiezkino mit dem Film „Mietrebellen“, in dem es um Mieter*innenkämpfe in Berlin geht.

(mehr …)

 Vielleicht fragt ihr euch, warum wir uns diese Frage stellen. 

Aber von vorne: Laskerkiez, was ist das eigentlich? Beziehungsweise wo? 

Der Laskerkiez befindet sich in Berlin Friedrichshain. Kennt man. Vor allem kennt man den Nordkiez mit der Rigaerstraße und den Südkiez mit dem Boxi. Und südlich vom Südkiez, da liegen wir. Zwischen Ostkreuz und Spree, zwischen Modersohnbrücke und Markgrafendamm. Oder anders gesagt: Zwischen ://about blank, Renate, der Sunset Bridge (lonely planet Leser wissen mehr) und dem Wasser.

Bis jetzt ist der Laskerkiez im Friedrichshainer Kontext eher untergegangen. Bisschen langweiliger als die Nachbar*in im Nordkiez, bisschen weniger hip als die Nachbar*in im Südkiez. Und fast gänzlich frei von Gentrifizierung.

Bis jetzt. Denn alteingesessenes Gewerbe und Kultureinrichtungen werden nach und nach verdrängt – zugunsten von kiezfremden Großinvestor*innen, Stararchitekt*innen und umstrittenen Immobilienkonzernen. 

Wie wir das finden? Nicht so gut. 

Denn Kieze sind menschengemacht, dass heißt sie leben davon, wer in ihnen lebt. Und den neuen Nachbar*innen ist das ziemlich egal. Sie glauben, wir brauchen Mikroapartments und Co-Working Spaces und halten das About Blank für ein Café. Sie wissen nicht, wer wir sind und was wir wollen. 

Deswegen lassen wir sie es jetzt wissen! Mit gemeinsamen Aktionen, Protesten, Kundgebungen und Demonstrationen. Aber vor allem mit Entschlossenheit, Einsatz und Teamgeist.

Dafür haben wir Anwohner*innen, Kulturschaffende und Gewerbetreibende uns im Frühjahr 2021 als Initiative “Wem gehört der Laskerkiez?” zusammengeschlossen, um gemeinsam gegen Pandion, Trockland, Adam Europe  und Co. vorzugehen.

Denn was wir wollen, ist hierbleiben. 

Wir wollen uns unsere Miete leisten können, wir wollen mit Spätibier auf der Straße sitzen und bei geilem Wetter im Park chillen. Wir wollen hier unsere Kinder großziehen, ihren Kitaplatz und ihre Schule ums Eck wissen und hier unsere Eltern besuchen, die seit über 50 Jahren im Kiez wohnen. Wir wollen wissen, wer unser*e Vermieter*innen sind und sie erreichen können, wenn wir Probleme haben. Wir wollen neuen bezahlbaren Wohnraum mit echten Nachbar*innen, die hier lange und gerne wohnen und keine Boarding Häuser und Ferienappartements. Wir wollen keine charakterlosen Glaspaläste mit überteuerten Cafés im Erdgeschoss, sondern Gewerbe mit Herz und Seele. 

Kurzum: Wir wollen das Gegenteil von dem, was hier gerade passiert. Und deswegen werden wir aktiv.

Mit ersten großen Erfolgen: Nach einer Kundgebung mit Demo, sowie einer weiteren Veranstaltung mit Live Musik ist nicht nur die Presse auf uns aufmerksam geworden und hat berichtet, mehr noch wurde mit der BlueRock Group auch die erste Investor*in erfolgreich vertrieben: Den Anwohner*innen der Corinthstraße 56 ist es gelungen, eine*n Vorkäufer*in für ihr Haus zu finden.

Das alles haben wir geschafft, weil wir zusammen Ideen entwickeln und diese auf die  Straße, in die Medien und in die Politik bringen. Und wir sind noch lange nicht fertig.

Welche weiteren Aktionen wir planen sowie andere spannende Geschichten, um den Kiez und seine Menschen kennenzulernen, findet ihr zukünftig hier auf unserem Blog. Oder auf Twitter

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