Am 11.03.22 versammelten sich bei bestem Wetter rund 60 Teilnehmende vor dem Firmensitz des Unternehmens Pandion Unter den Linden 14. Aufgerufen hatten das Nachbarschaftsbündnis „Wem gehört der Laskerkiez“ und die durch eine Kündigung akut bedrohte Kulturbar „Zukunft am Ostkreuz“. Pandion errichtet im Laskerkiez den sogenannten „Ostkreuz Campus“, ein ca. zwei fußballfeldgroßes Arreal an Luxusbüroraum für Startups und andere Firmen. Werbevideos des Unternehmens skizzieren den neoliberalen Traum einer Verschmelzung von Freizeit und Arbeit. So sind dort u.A. glückliche Angestellte zu sehen, die mit Fahrrädern in ihren Büros umherfahren. Auch der Name des „Ostkreuz Campus“ wurde vor kurzem durch den Zusatz „Office Home“ ergänzt. Seit Bekanntwerden des Projektes gibt es immer wieder Demonstrationen und Aktionen gegen das Unternehmen. Als Anwohner ihre Wut über das Projekt in negativen Google-Bewertungen zum Ausdruck brachten, schaltete Pandion einen Anwalt ein und versuchte auf diesem Weg gegen die negativen Rezensionen vorzugehen. Erfolglos. Nach einer Berichterstattung über diese Praxis im „Tagesspiegel“, stellte Pandion die Versuche ein, die Kritik zum Schweigen zu bringen.

Nach einer kleinen Kundgebung und einigen Redebeiträgen ging es weiter zum Sitz des Unternehmens „International Campus“ im Europa Center an der Tauentzienstraße. „International Campus“ möchte unter dem Markennamen „The FIZZ“ über 350 Micro-Appartments errichten. Diese sind aber enorm teuer. Quadratmeterpreise bewegen sich im Bereich von 40 Euro aufwärts. Zudem wird durch die Pläne des Unternehmens ein bestehendes Wohnhaus auf dem Nachbargrundstück komplett umbaut – dies sorgte bereits für die Fällung einer alten im Kiez sehr beliebten Kastanie, sowie zukünftig sogar für das Zubauen von Fenstern der angrenzenden Wohnungen. Kritisiert wurde darüber hinaus, dass das Projekt im Internet als „Berliner Bauprojekt gegen den Wohnraummangel für Studenten“ angepriesen wird. In Redebeiträgen wurde deutlich gemacht, dass die Initiativen solche Projekte eher als Teil des Problems, denn als Lösung betrachten.

Unterwegs wurde mehrmals ein Jingle abgespielt, der auch verwunderten Passant*innen deutlich machte worum es bei der Demonstration geht. Nach einer kurzen Beschreibung der Situation für die „Zukunft“ und der massiven Bebauung im Laskerkiez tönte es aus den Aktivboxen Berlin hat genug von Luxusbauprojekten und Gentrifizierung!“. Mit dieser Aussage konnten sich auch Unbeteiligte identifizieren und so erntete die Demonstration unterwegs immer wieder Zuspruch.

Die letzte Station war der Sitz des Unternehmens Trockland in Schöneberg an der Hauptstraße. Trockland möchte auf den Baugrundstücken unmittelbar links und rechts neben der „Zukunft“ ein Luxusbüroprojekt mit dem Namen „A Laska“ realisieren. Neben dem Projekt an sich, wurde auch die architektonische Ausrichtung kritisiert, von der es hieß, dass sie sich maximal nicht in den Bestand einfüge und vermutlich nur für einige Architektur-Freaks ansprechend sei.

Bis dato hatten die Initiativen, die eigentlich im Südkiez Friedrichshains um das Ostkreuz aktiv sind, vorwiegend Demonstrationen und Aktionen in ihrem eigenen Kiez abgehalten. Nun war das erste Mal, dass sie sich auf Fahrrädern auf den Weg zu den Niederlassungen der Firmen machten, die in ihrer Nachbarschaft hochpreisige Luxusbauprojekte errichten.

Im Aufruf war zu lesen, man wolle gegen die Immobilienunternehmen vorgehen, „die unseren Kiez bis zum Äußersten gentrifizieren und mit ihren Bauprojekten den Startschuss für die Verdrängung der „Zukunft“ gesetzt haben.“

Mitgebracht hatten die Aktivist*innen selbst gebastelte Eigenbedarfskündigungen, die Vertreter*innen der jeweiligen Unternehmen überreicht werden sollten. Auf ihnen war zu lesen, dass der Laskerkiez Eigenbedarf anmelde und die Bauprojekte deshalb durch die Bewohner*innen des Kiezes gekündigt werden. Gefordert wurden Raum für Kultur, sowie sozialer Wohnraum. Obwohl die Büros zur Zeit der Fahrraddemonstration regulär geöffnet waren, wollte jedoch keines der Unternehmen die symbolische Kündigung annehmen, geschweige denn mit den Aktivist*innen sprechen. Kein Wunder – denn außer dem Widerstand durch die Anwohner*innen haben die Unternehmen wenig zu befürchten. In einem anderen Redebeitrag einer Aktivistin wurde deutlich, dass in Ostberlin ein anderes Baurecht gilt, als in Westberlin und das über 30 Jahre nach dem Mauerfall. Nach §34 (Baugesetz) darf im Osten der Stadt ohne Bürger*innenbeteiligung und ohne Bebauungsplanverfahren nachverdichtet werden. In Westberlin ist dies deutlich schwieriger für Investor*innen. 67 der 77 Nachverdichtungsvorhaben in Ost-Berlin fanden ohne Bebauungsplanverfahren statt, so auch am Markgrafendamm 7-10 zum Nachteil der Anwohner*innen und der Stadtnatur. Das Wort „Genehmigung“ verkommt so mehr und mehr zu einer Farce.

 

Zum Weiterlesen: https://www.freitag.de/autoren/peter-nowak/wem-gehoert-der-laskerkiez-eigenbedarfskuendigungen-fuer-trockland-pandion-und-international-campus

 

 

Freitag, 11.03.22 – 15 Uhr – Fahrraddemo gegen Pandion, Trockland und International Campus – Unter den Linden 14

(ACHTUNG: Weitere Aktion am Donnerstag, 10.03.22 – 16 Uhr – Kundgebung und Petitionsübergabe – Vor dem Bundestag

Am 11.03. geht es gemeinsam auf die Straße! Diesmal mit unseren Drahteseln. Kommt zur Demo für den Erhalt der „Zukunft am Ostkreuz“ – gegen die Immobilienunternehmen, die unseren Kiez bis zum Äußersten gentrifizieren und mit ihren Bauprojekten den Startschuss für die Verdrängung der „Zukunft“ gesetzt haben.

Wer sind diese Unternehmen und was haben sie mit der Zukunft am Ostkreuz zu tun? Wir stellen sie euch vor, auf der Fahrrad-Demo zur Rettung der „Zukunft“!

Die erste Station ist die Niederlassung von Pandion (Unter den Linden 14, 10117 Berlin). Das Kölner Unternehmen ist bundesweit bekannt für exorbitant teure Luxusbauprojekte. Pandion möchte unmittelbar neben der „Zukunft“ seinen gigantischen Co-Working-Space „Ostkreuz-Campus“ errichten. Sie bezeichnen sich als „Partner für Lebensräume“ und halten an dem Projekt fest, obwohl niemand sie im Laskerkiez haben will. Dass ihr Projekt für viele Anwohner*innen die vorhandenen „Lebensräume“ einschränkt oder ganz zerstört, spielt für das Unternehmen keine Rolle. Damit werden wir uns niemals abfinden!

Weiter gehts zum Büro von der „International Campus Europe“ an der Tauentzienstraße 11. International Campus hat am Markgrafendamm 7 – 11 den Bau von über 350 Micro-Appartments begonnen. Jene sollen zu unverschämten Preisen an Studierende vermietet werden. Zynisch wird das Projekt von Unternehmensseite gar als „Berliner Bauprojekt gegen den Wohnraummangel für Studenten“ verklärt und gefeiert. Aggressiv treiben sie das Projekt voran: Erst vor Kurzem wurde eine im Kiez sehr beliebte alte Kastanie gefällt. Die verbliebenen Mieter*innen in den angrenzenden Grundstücken werden zukünftig drei Jahre Baulärm und Schikanen ihrer „neuen Nachbarn“ ertragen dürfen. Fenster sollen zugemauert werden und Bauarbeiter in systematisch-entmietete Wohnungen einziehen. Und das nicht Mal für sozialen Wohnraum, sondern für ein unverschämtes Riesen-Bauprojekt, das den Mietspiegel hochtreibt und das soziale Kiezgefüge sprengt.

Die letzte Station ist das Büro des Unternehmens Trockland (Hauptstraße 27, 10827 Berlin). Das Unternehmen hatte bereits vor der Kündigung der „Zukunft“ geplant, diese von links und rechts mit einem Luxusbüroprojekt namens „A Laska“ zu umzingeln. Das Projekt fügt sich genauso wenig in den Kiez ein, wie sein Name kreativ ist. Trockland behauptet, durch „Entwicklung von Immobilien und lebenswerten Orten nach einem Beitrag zur Stadtentwicklung“ zu streben. Tatsächlich steht das Unternehmen für massive Aufwertung, Luxusbauprojekte und die Förderung von Gentrifizierungsprozessen auf Kosten der Bevölkerung Berlins. Haut ab und lasst unseren schönen Kiez in Ruhe!

 

Und diesem Diktat der Profit-Maximierung soll nun auch die „Zukunft“ weichen!

Das nehmen wir nicht hin!

Gegen all diese Scheußlichkeiten, von denen heutzutage wohl jeder Berliner Kiez seine eigene Leidensgeschichte erzählen kann, werden wir protestieren! Zusammen mit euch, laut, kreativ – auf unseren Fahrrädern. Pandion, Trockland, International Campus – Finger weg von unserem Kiez!

Luxusbauprojekte braucht kein Mensch!

„Bauen, Bauen, Bauen“ ist nicht die Lösung des Mietenproblems in Berlins, so lange skrupellose Immobilienunternehmen ihre Profite durch massive Aufwertung und Verdrängung generieren. Den Preis zahlen unsere Kieze und die Nachbarschaft.

Wir haben Eigenbedarf und fordern: Bezahlbaren Wohnraum, Grün- und Freiflächen, kulturelle Angebote & Selbstverwaltung!

Ab in die Pedalen! Für eine Stadt von Unten – gegen eine Stadt der Reichen!

 

Zwangsräumung ist kein Kälteschutz!

 

Kundgebung zum ersten Jahrestag der Räumung des Camps der Wohnungslosen an der Rummelsburger Bucht

 

Samstag, 5.2., 14 Uhr, 

Kynaststraße/Ecke Hauptstraße

 

Am 5.2.2021 wurden etwa 100 Menschen aus einem selbstorganisierten Camp an der Rummelsburger Bucht geräumt. Politiker*innen aus Senat und Bezirk verteidigten die Zwangsräumung damit, man habe die Menschen vor den eisigen Temperaturen des damaligen Wintereinbruchs in Sicherheit bringen wollen. Schnell wurde jedoch klar, dass mit der Räumung den Investorenplänen an der Bucht der Weg freigemacht werden sollte. Vertreter*innen der Coral World Berlin GmbH (CWB), die auf dem Areal ein Riesenaquarium als Tourismusprojekt errichten will, hatten vom politisch zuständigen SPD-Bezirksstadtrat von Lichtenberg Kevin Hönicke gefordert, dass Gelände bis zum 31.Januar 2021 zu räumen. Knapp eine Woche nach der von dem international tätigen Konzern gesetzten Frist folgte die Räumung. Wenige Stunden später teilte Hönicke Verantwortlichen von CWB per Mail mit, dass der von ihnen geforderte Zustand nun hergestellt sei. Schon am Tag darauf rollten die Bagger zur Durchsetzung der Investorenträume. Das ist nur ein prägnantes Beispiel, wie die Politik Investoren den roten Teppich ausrollt und Menschen mit wenig Einkommen beiseite geräumt werden. An der Rummelsburger Bucht sind neben den Bewohner*innen des Camps auch die Nutzer*innen der Wagenplätze Sabot Garden, DieselA und die Mollies und zahlreicher Boote vertrieben worden. Die beiden Häuser Hauptstraße 1 G-H, die vom Immobilienkonzern Padovicz systematisch entmietet wurden, sollen demnächst abgerissen werden.

Mit Unterstützung der Politiker*innen aller Parteien wurde das Areal Rummelsburger Bucht von einkommensarmen Menschen freigeräumt, damit Coral World, Padovicz, Investa GmbH und Groth Gruppe, um nur die wichtigsten kapitalistischen Player zu nennen, ihre Profitmargen auf dem Areal steigern können. Wir konnten diese Räumung nicht verhindern. Aber wir werden weiter Sand im Getriebe sein, gegen die Umwandlung der Rummelsburger Bucht zum Spielfeld der Immobilienkonzerne. Das wollen wir mit der Kundgebung zum ersten Jahrestag der Räumung am 5.2. deutlich machen. Wir laden ehemalige Bewohner*innen der verschiedenen im letzten Jahr verdrängten Projekte ein, bei der Kundgebung das Wort zu ergreifen. Und wir machen deutlich, dass die Entwicklungen an der Rummelsburger Bucht sich einreihen in eine massive Gentrifizierungswelle, die auch die nähere Nachbarschaft erfasst hat. Beispiele sind die Kündigung des Kulturstandorts Zukunft am Ostkreuz und der Bau des vom Immobilienriesen Pandion geplanten „Ostkreuz Campus“ im angrenzenden Laskerkiez. Über den Widerstand dagegen werden Vertreter*innen der Stadtteilinitiative „Wem gehört der Laskerkiez?“ informieren.

Wir wollen mit der Kundgebung an die Ereignisse vor einem Jahr erinnern und unseren Widerstand gegen eine Politik der sozialen Verdrängung und der neoliberalen Stadtentwicklung auf die Straße tragen.

Für uns gilt weiterhin: Die Investorenträume von Padovicz, Pandion und Co. zum Platzen bringen!

Wie ihr alle bestimmt wisst, wurde einem unserer Lieblingsorte im Kiez, der “ZUKUNFT am Ostkreuz” zum 31.3.2022 gekündigt. Das ist nicht nur bitter, weil die ZUKUNFT so ein besonderer und für viele Menschen wichtiger Ort ist, sondern auch weil wieder einmal Menschen mit Geld darüber entscheiden können, wie Berlin zukünftig aussehen soll. Soviel sei verraten: beschissen. 

Aber was passiert da eigentlich gerade genau? Und wer ist Schuld an der gesamten Misere? Der Zukunftsrat AKS Gemeinwohl XHain hat eine Pressemitteilung rausgegeben, in der über den aktuellen Stand der Entwicklungen und Verhandlungen berichtet wird und die wir hier mit euch teilen wollen.

 

Kann ein kooperatives Verfahren eine Zukunft für die Zukunft am Ostkreuz bringen?

 

Auf der Seite könnt ihr die Pressemitteilung auch runterladen und weiterverbreiten.

 

Geschafft! 

Das erste Jahr mit unserer Ini “Wem gehört der Laskerkiez?” haben wir erfolgreich zu Ende gebracht. Und für alle, die nicht von Anfang an dabei waren oder unsere Arbeit nur aus der Ferne bewundern können, folgt jetzt ein subjektives Best Of der schönsten, größten und wichtigsten Ereignisse aus 1 Jahr Nachbarschaftsinitiative.

 

Platz 10

Unser Kino auf der Straße

Geschmeidige 30 Grad plus im Schatten begleiteten uns auf unserem 1. Kiezspaziergang von der Corinthstraße bis zur Rummelsburger Bucht, bei dem wir nicht nur auf zahlreiche bauliche Veränderungen in der Gegend aufmerksam machten, sondern viele der Anwohner*innen ihren Kiez zum allerersten Mal richtig kennengelernt haben. Anschließend konnten sich aufgeheizte Gemüter und Teilnehmer*innen bei Kaltgetränken und Kino auf der Bödikerstraße abkühlen, wo wir mit Laken als Leinwand und mitgebrachten Decken als Sitzgelegenheiten den Film “Mieter in Not” zeigten – jetzt schon ein echter Klassiker des modernen Filmgenres Gentrifizierung. 

 

Platz 9

Die Rettung des Spätis

Kündigung und Verdrängung bedrohen viele Menschen und Geschäfte im Kiez – so auch den Späti und den Backshop am Rudolfplatz. Und wenn sich der/die Friedrichshainer*in eins absolut nicht gerne nehmen lässt, dann sind es Spätis. Aber mit viel Einsatz, Unterstützung von Anwohner*innen und Verhandlungsgeschick konnte die Kündigung rückgängig gemacht und die Existenz der Inhaber*innen vorerst gesichert werden. 

 

Platz 8

Das erste Treffen …

… fand eigentlich vor dem ersten offiziellen Treffen statt, als sich eine handvoll Anwohner*innen zum Flyer verteilen vor dem späteren Immer-Treffpunkt “Filmfreund” begegneten. Schnell merkten wir, dass wir nicht nur alle die gleichen Feind*innen haben, sondern auch bald darauf die gleichen Freund*innen. Nämlich uns. Denn neben den offiziellen wöchentlichen Ini-Treffen sehen wir uns inzwischen auch privat, zum Geburtstag feiern, Grillen, Bachelorarbeiten korrigieren, Wäsche der Anderen waschen und mehr. Was Freund*innen halt so machen.

 

Platz 7

Kreativprozesse

Ob auf der Laskerwiese oder in der ZUKUNFT am Ostkreuz: Gebt den Menschen Stoff, Pappe und Farbe und sie toben sich künstlerisch aus. So sind fantastische Plakate und Transpis für Demos und Spaziergänge entstanden, die auf hunderten Bildern verewigt und im Netz geteilt wurden. Das Schönste aber ist, dass diese Aktionen noch mehr neue Menschen zusammenbringen, die sich gegenseitig inspirieren und motivieren, den Kampf gegen Investor*innen gemeinsam anzugehen.

 

Platz 6

Unsere Weihnachtsfeier

Zugegeben ist das jetzt sehr subjektiv, aber nach einem Jahr Arbeit auf der Straße war es an der Zeit, uns selbst zu feiern. Pandemiebedingt unter Corona-Auflagen mit Karaoke und 2G+ in der ZUKUNFT am Ostkreuz, sowie mit Glühwein und Musik im Freien. Je nachdem wen man fragt setzen sich die Erinnerungen an den Abend anders zusammen, im Konsens fanden es aber wohl alle ziemlich gut. Fünf von fünf Sternen, gerne wieder!

 

Platz 5

Unser Schlag gegen Pandion

Die Pandion AG ruiniert nicht nur unseren Kiez, sondern hinterlässt auch in anderen Teilen Berlins ihre hässlichen Spuren. Und gibt sich dabei total volksnah. So wollte sie sich am Tag des offenen Denkmals mit einer Führung durch eine ehemalige Brauerei beim Fußvolk anbiedern, die sie zuvor mit ihren überteuerten Eigentumswohnungen zugebaut haben. Weil wir das frech finden haben wir einen Weg gesucht, die Veranstaltung zu verhindern – mit Erfolg: Pandion hat die Führung abgesagt. Und uns den Kampf angesagt. Denn schon bald darauf folgte:

 

Platz 4

Pandions Rache

Und zwar juristisch: Kurz vor Weihnachten hatten einige Anwohner*innen Post von Google bekommen, das mit juristischen Konsequenzen droht, sollten wir unsere Negativbewertungen zum Ostkreuz Campus der Pandion AG nicht löschen. Tun wir natürlich nicht. Stattdessen setzen wir uns zur Wehr. Ebenfalls mit juristischer Unterstützung, mit selbst verfassten, sehr sachlichen und sehr guten Antwort-Emails und mit Hilfe der Presse. Und jetzt warten wir mal ab, wie es da weitergeht.

 

Platz 3

Unsere größte Kiezdemo …

… ist eigentlich die Demo von der „ZUKUNFT am Ostkreuz“ für den Erhalt der “ZUKUNFT am Ostkreuz”. Je nach Medium waren zwischen 600 und 1000 Menschen auf der Straße, um gegen die zeitnahe Kündigung einer unserer Lieblingsorte im Kiez zu demonstrieren. Denn wie überall in Berlin fällt auch dieser Kulturstandort großen Investor*innen zum Opfer, die mit Grundstücken in attraktiver Lage spekulieren. Doch noch steht die “ZUKUNFT am Ostkreuz” und solange kämpfen wir auch weiter. 

Wer noch nicht hat, kann gerne hier die Petition für den Erhalt unterschreiben:

https://www.change.org/p/abgeordnetenhaus-berlin-rettung-des-kulturstandortes-zukunft-am-ostkreuz

 

Platz 2

Unsere erste Kiezdemo

Kaum ein paar Wochen alt, haben wir es als Initiative geschafft, über 100 Menschen zu mobilisieren, gemeinsam auf die Straße zu gehen, um gegen den Ausverkauf eines Mietshauses in der Corinthstraße zu demonstrieren. Mit Politiker*innen als Fürsprecher*innen, einem Beitrag in der RBB Abendschau und zahlreichen neuen Unterstützer*innen konnten wir einen großen Erfolg feiern. Denn letztendlich wurde die Corinthstraße 56 nicht an einen dubiosen Investor verkauft, die Mieten bleiben stabil und die Anwohner*innen zusammen. Ab da war die Laskerini bereit für mehr.

 

Platz 1

Der Zettel im Briefkasten

So fing alles an – mit einem beidseitig, in zwei Sprachen bedruckten A5 Flyer, mit dem über die ungeliebten Veränderungen im Kiez aufmerksam gemacht wurde. Und der viele Anwohner*innen ermutigte sich zusammenzuschließen, um deutlich zu machen, dass wir uns nicht von riesigen, farblosen Immobilienkonzernen aus unserem schönen, bunten Kiez, der unser Zuhause ist, vertreiben lassen. Der Rest ist Geschichte bzw. in den Platzierungen 10 bis 2 nachzulesen.

 

Soviel zu unserem ersten Jahr. Ein Ausblick auf das Zweite folgt in Kürze! Danke, dass ihr uns unterstützt.

Kiezdemo gegen Gentrifizierung & Verdrängung

SAMSTAG, 11.12. 13 UHR,

START: HAUPTSTRASSE 1, 10317 Berlin

Keine Zukunft für Bürohochhäuser in unseren Kiezen,
Padovicz, Pandion, Trockland und Co. Grenzen setzen

Wir wollen auf unseren Spaziergang durch den Südkiez von Friedrichshain vor allem die zunehmenden Hochhausbauten für Büros thematisieren, die dort entweder gebaut werden oder entstehen wollen. Wir wollen auch die Orte besuchen, die dort verschwinden sollen und Bewohner*innen zu Wort kommen lassen, die sich dagegen wehren.
Startpunkt soll ein Ort der Verdrängung, der Platz vor den Häusern der Hauptstraße 1 an der Rummelsburger Bucht sein. Sie sind im Besitz der Padovicz-Immobiliengruppe. Dort haben sich Mieter*innen jahrelang gegen den Abriss und damit die Vernichtung von günstigen Wohnraum gewehrt. Im Anschluss geht es zum von Kündigung bedrohten Kino Zukunft am Ostkreuz, dann durch den Laskerkiez, wo sich Bewohner*innen gegen Immobilienprojekte von Pandion und Co. wehren bis zum Amazon-Tower an der Warschauer Brücke. Auf der Route wollen wir weitere Orte von Verdrängung und Widerstand im Friedrichshain Südkiez besuchen.

Veranstaltet von Wirbleibenalle-F’hain und Wem gehört der Laskerkiez?

Samstag 13.11.2021 – 13 Uhr – Rudolfplatz, Friedrichshain (Öffis: S-Bahnhof Warschauer Straße)

 

Mit einem großen Schrecken haben wir von den Absichten des aktuellen Eigentümers der „Zukunft am Ostkreuz“ erfahren, unser „Kiezjuwel“ ab dem 31.03.2022 kündigen zu wollen und somit einen jahrzentelangen wichtigen Kulturstandort und deren Mitarbeitende vor die Tür zu setzen. An  diesem Samstag, 13.11.2021 wollen wir deshalb mit euch und zahlreichen weiteren Nachbar*innen, Inititativen, Vereinen und Kiezgruppen lautstark gegen diese mehr als ungerechte Kündigung protestieren.

Als wir unsere Nachbarschaftsinitiative “Wem gehört der Laskerkiez” im Frühjahr ’21 gegründet haben, wussten wir bereits, dass die Trockland Management GmbH zwei Bürotürme links und rechts der “ZUKUNFT am Ostkreuz” bauen würde – allerdings war die ZUKUNFT damals noch sicher. Denn die Immobilienfirmen, die im Kiez bauen, schmückten sich mit kultureller Vielfalt und der Schaffung von Begegnungsräumen. Das ist ironisch und verlogen! Die Kündigung für die ZUKUNFT verschärft nun die Gesamtsituation. War bereits vorher die Nachbarschaft gegen den Bau der Luxusbüros, ist durch die Kündigung die Spitze des Eisbergs erreicht! Verdrängung von Kulturräumen sowie der Verlust des Arbeitsplatzes von über 17 Mitarbeitenden müssen verhindert werden!

Die Aktionen gegen die Kündigung der ZUKUNFT haben bereits tausende, teils prominente Unterstützer*innen über den Kiez hinaus in ganz Berlin. Die auf Change.org gehostete Petition zum Erhalt der ZUKUNFT zählt nun – wenige Tage seit Erstellung – über 5.500 Unterschriften.

Das alles scheint den Eigentümer des Geländes nicht zu beeindrucken – es ist nicht klar, was seine Absichten auf dem Grundstück sind. Möglicherweise muss die ZUKUNFT weichen, damit das Areal über einen längeren Zeitraum brachliegt. Der Eigentümer droht mit einem Abbruch der Verhandlungen, wenn sein Name in der Öffentlichkeit genannt wird. Lasst uns die ZUKUNFT retten – auch ohne Namen können wir Unrecht offenlegen! So oder so wird es ohne die ZUKUNFT für ihn ungemütlich werden.

Aber wir, die Nachbarschaft und alle Freund*innen der Kiez- und Kneipenkultur werden für unseren Freiraum, unseren Raum für Kultur und die Gemütlichkeit in der ZUKUNFT kämpfen.

Deswegen müssen wir uns mit dem wehren, was uns zur Verfügung steht: Nutzen wir unsere Stimme, unsere sozialen Kontakte, die Öffentlichkeit und die Medien, um alles Mögliche in Bewegung zu setzen und die Kündigung zu verhindern.

Wir sind eine kämpferische Nachbarschaft, die sich nicht damit abfindet, dass Kohle und Kies in unserem Kiez entscheiden, wer gehen muss und wer bleiben darf.

Deswegen rufen wir euch auf, euch uns anzuschließen: Am 13.11.21 ab 13 Uhr für die Zukunft der ZUKUNFT am Ostkreuz. Als Auftaktort haben wir den Rudolfplatz in Friedrichshain gewählt, von wo aus wir durch den Laskerkiez laufen werden, um unserer Wut über die Kündigung Luft zu machen.

 

Samstag 13.11.2021 – 13 Uhr – Rudolfplatz, Friedrichshain (Öffis: S-Bahnhof Warschauer Straße)

Unterschreibt auch die Petition auf Change.org zum Erhalt der ZUKUNFT am Ostkreuz:

https://www.change.org/p/abgeordnetenhaus-berlin-rettung-des-kulturstandortes-zukunft-am-ostkreuz

 

Am Abend des Dienstag, 26.10.2021 versammelten sich rund 70 Nachbar*innen am Rudolfplatz, Friedrichshain, um gegen die Kündigung der Wohnung einer bereits seit ca. 20 Jahren im Kiez ansässigen Familie und den von ihnen betriebenen Späti und Backshop zu protestieren.

Hierzu hatten Nachbar*innen und Freund*innen des Spätis gemeinsam mit uns als Bündnis „Wem gehört der Laskerkiez“ aufgerufen, nachdem wir vor knapp einer Woche von der Kündigung erfahren hatten. Fairerweise muss gesagt werden, dass die Familie aufgrund eines Wegzugs aus Berlin selbstständig die Wohnung am Rudolfplatz gekündigt hatte und die Hausverwaltung ihnen im Wissen um ihre Umzugspläne im Anschluss Kündigungen für ihren Backshop und ihren Späti überstellte. Die Familie äußerte uns gegenüber aber, dass die Kündigung der eigenen Wohnung für sie ein großer Fehler war und sie mit ihrer Wohnung und ihrem Gewerbe im Kiez bleiben möchten. Unglücklicherweise gab es aber bereits seit längerer Zeit, aufgrund von Lautstärke, Klagen von wenigen Nachbar*innen über die Gäste des Spätis, was die Situation nicht einfacher machte.

Für uns war klar: Ohne die Familie und ihr Gewerbe würde am Rudolfplatz nicht nur ein großes Loch entstehen – auch die vorhandenen nachbarschaftlichen Strukturen würden dadurch erheblich geschwächt, so dient doch insbesondere der Späti als ein Platz zum Austausch und Kennenlernen.

Am vergangenen Wochenende wurde an dem Späti ein Transparent aufgehängt, dass alle Nachbar*innen über die aktuelle Situation informiert. Geschrieben stand dort schlicht „Keine Kündigung. Wir wollen bleiben“.

Gemeinsam verteilten wir über 1000 Flyer in den umliegenden Straßenzügen, in denen die Situation beschrieben wurde und wir dazu aufriefen am Dienstagabend zu einem Solidaritätsfoto vor den Späti zu kommen. Darüber hinaus schrieben wir eine Mail an die entsprechende Hausverwaltung und den Eigentümer, mit der Bitte die Kündigungen zurückzunehmen. Zusätzlich wurden in und um den Späti innerhalb kürzester Zeit über 200 Unterschriften für den Erhalt gesammelt.

In Gesprächen und bei Aktionen zeigten sich zahlreiche Nachbar*innen entsetzt über die Kündigung, fragten wie sie unterstützen können oder versprachen am Dienstagabend mit dabei zu sein.

Die Aktionen zeigten schnell Wirkung: Die Familie wurde von der Hausverwaltung noch am Dienstag eingeladen, um über die aktuelle Situation zu sprechen. Auch in einem telefonischen Gespräch das mit der Hausverwaltung geführt wurde, machten sie deutlich, dass sie durchaus gewillt sind, sich um ihre Mieter*innen zu kümmern und Verantwortung zu übernehmen.

Das vorläufige Ergebnis des Gesprächs zwischen Familie und Hausverwaltung am Dienstag war dann, dass aller Voraussicht nach Späti, Backshop und Wohnung Vertragsverlängerungen bekommen bzw. die Kündigungen zurückgenommen werden – Im Gegenzug aber soll an Späti und Backshop in Zukunft ein Schild hängen, dass es verbietet sich nach 15 Uhr direkt vor dem Laden aufzuhalten und dort Alkohol zu konsumieren.

Am Dienstagabend dann kamen spontan über 70 Nachbar*innen zusammen, die lautstark und mit Schildern, Bildern und Transparenten ihre Solidarität mit der betroffenen Familie und ihrem Gewerbe bekräftigten. Auch viele Kinder aus den umliegenden Kitas und Schulen waren dabei, sprachen am Mikrofon darüber was der Späti für sie bedeutet und forderten, dass die Familie im Kiez bleiben darf. Besonders wichtig war ihnen zu betonen, dass auch ein Mitschüler in ihrer Klasse bleiben könne – dieser wäre bei einem drohenden Umzug der Familie voraussichtlich aus seinen gewohnten sozialen Strukturen und seinem freundschaftlichen Umfeld herausgerissen worden.

Insgesamt herrschte eine fast familiär, kämpferische Stimmung vor. Nachbar*innen ergriffen das Wort, tauschten sich miteinander aus und sprachen der Familie Kraft und Mut zu. Diese bedankte sich später ebenso bei allen Anwesenden und den Organisator*innen und hoffte, dass nun bald die Verträge unterschrieben werden können, damit alles sicher ist. Zwischen den Redebeiträgen wurde noch das ein oder andere von Nachbar*innen gewünschte Lied über die mitgebrachten Boxen gespielt und rund anderthalb Stunden nach Beginn war die kleine Kundgebung auch schon wieder beendet.

Zurück bleibt ein lautes, starkes und deutliches Zeichen der Nachbarschaft um den Rudolfplatz, dass hoffentlich noch lange nachklingen wird.

 

Nachbarschaften erhalten! Solidarische Kieze stärken! Gemeinsam wehren wir uns gegen Kündigungen unserer Nachbar*innen und Freunde!

Weiterer Bericht von einem anderen anwesenden Nachbarn:

https://kontrapolis.info/5329/

08.09.21

Liebe Nachbar*innen,

noch immer hält der Kölner Immobilienriese Pandion AG am Bau des Ostkreuz-Campus in unserer friedrichshainer Nachbarschaft fest. Trotz zahlreicher Proteste und Beschwerden, berechtigten Ängsten und Sorgen von Nachbar*innen, gibt es von dem Unternehmen kein Einlenken. Dreist und feist wird weiterhin behauptet „Partner für Lebensräume“ zu sein – obwohl klar ist, dass unser Kiez dadurch in den kommenden Jahren teurer und weniger lebenswert wird.

Wir befürchten steigende Mieten, Verdrängung der ansässigen Nachbarschaft, Kultureinrichtungen und der günstigen Kiez-Spätis, sowie eine von reichen Unternehmen diktierte Umstrukturierung unseres Viertels.

Zum Glück wurde auf der Pandion Baustelle bereits seit mehreren Monaten kein Bagger mehr bewegt. Der Weg stimmt, aber wir fordern weiterhin den sofortigen Baustopp des Ostkreuz-Campus sowie weiterer geplanter Luxusbauprojekte im Kiez!

Bis dato hat sich Pandion, die sehr auf ein gutes Image bedacht sind, auch aufgrund der Proteste in unserer Nachbarschaft, noch nicht getraut vor Ort offensiv für den Bau des Ostkreuz-Campus zu werben. Nun findet am kommenden Wochenende Samstag (11.09.) und Sonntag (12.09.) eine Imagewashing-Veranstaltung im Friedrichshain statt, bei der Pandion versucht Werbung für seinen Luxus-Eigentumswohnungsklotz „Pandion Midtown“ zu machen. Der Name des Hauptverantwortlichen für diesen unerwünschten Luxusbau heißt, ebenso wie beim Pandion Ostkreuz-Campus Mathias Groß. In Kooperation mit Arne Krasting, einem Stadtführer, der u.a. auch für die Bundeszentrale für politische Bildung und die Berliner Unterwelten e.V tätig ist, will Pandion an diesem Tag Interessierten eine Führung durch die Gewölbekeller der böhmischen Brauerei ermöglichen – natürlich nur um sich hinterher als „großer Freund der Kultur“ zu inszenieren, dem die in Berlin lebenden Menschen nicht total egal sind.

Gegen diese leicht zu durchschauende Image-Veranstaltung möchten wir gemeinsam mit euch protestieren. Pandion baut unsozial und gegen den erklärten Willen der Nachbarschaft. Es ist ein Hohn, einerseits Gentrifizierung und Verdrängung durch den alleinigen Bau von Luxusgebäuden massiv zu befeuern, andererseits Nachbar*innen ein paar Brotkrumen wie eine gratis Brauereiführung anzubieten.

Wir rufen dazu auf an unserer Protest Kundgebung am Sonntag teilzunehmen:

Protest-Kundgebungen gegen Pandion und ihre Imagewashing-Kampagne:

Sonntag 12 .09.21 – Friedenstraße 92 // 11:30 – 15:00 Uhr

Wer die Imagewashing-Führung auch ganz effektiv stören oder kritisch begleiten möchte, meldet sich unter event@pandion.de an oder versucht am Tag selbst einfach so teilzunehmen. Gemeinsam werden wir Pandion und seinen Unterstützer*innen einen Strich durch die Rechnung machen!

Lasst uns gemeinsam die Pandion-Propaganda-Show stören und kritisch begleiten!

Pandion wir wollen dich nicht – Du klaust uns unsere Kieze nicht!

 

 

Quelle: Mietenwahnsinn Nord (https://miwa.noblogs.org/)

Niemand daheim – Wie spekulativer Leerstand die Mieter*innen gefährdet

von: LM (Gastbeitrag aus der Nachbarschaft)

Der Mieter über dir ist schon vor einer ganzen Weile ausgezogen – und warum brennt in der Wohnung im dritten Stock eigentlich seit Monaten kein Licht?

Es handelt sich wahrscheinlich um bewusst erzeugten Leerstand und damit um eine sogenannte Zweckentfremdung. Im Land Berlin ist es gesetzlich verboten, Wohnraum länger als drei Monate leer stehen zu lassen. Und das aus gutem Grund: Viele Mieter*innen haben bereits erlebt, unter welchem Druck der Berliner Wohnungsmarkt steht. Der ein oder die andere wird an Besichtigungen mit dutzend anderen Interessent*innen teilgenommen haben.
Umso schlimmer ist es, zu wissen, dass Wohnungen bewusst „frei“ gehalten werden. Aber wozu?

Wächst die Zahl der nicht vermieteten Wohnungen, ist Obacht geboten. Es handelt sich wahrscheinlich um spekulativen Leerstand – und dieser ist seit 2014 durch das Land Berlin gesetzlich verboten. Angesichts steigender Quadratmeterpreise – 2008 lag der durchschnittliche Quadratmeterpreis bei Erwerb einer Eigentumswohnung in Friedrichshain-Kreuzberg bei ca. 2900 Euro, 2018 stieg er auf 6100 Euro[1]) – scheint es für Eigentümer*innen, die einen Verkauf einzelner Wohnungen oder der ganzen Immobilie planen, besonders lukrativ, Wohnräume nicht neu zu vermieten. Leerstand bietet die Möglichkeit, schneller in Eigentum umzuwandeln bzw. eine höhere Miete einnehmen zu können.

Verschiedene Kampagnen wie „Leerstand in Berlin-Mitte“ (Mieter*innen-Initiative „Mietenwahnsinn Nord“) machen die Problematik sichtbar. Nicht jeder Leerstand ist auf Anhieb erkennbar. Daher ist es wichtig, diesen zur Anzeige zu bringen. Der Verstoß gegen das Zweckentfremdungsverbot kann anonym über ein Kontaktformular des Landes Berlin beim jeweiligen Bezirk gemeldet werden. Es lohnt sich immer, auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, um Mieter*innen die Wohnungssuche zu erleichtern. Aber auch um sich und andere vor Spekulation mit und den Verlust der eigenen vier Wände zu schützen.

 

Zweckentfremdung melden: https://ssl.stadtentwicklung.berlin.de/wohnen/zweckentfremdung_wohnraum/formular/adresswahl.shtml

Mehr erfahren unter:

[1] Grunert, Marlene: Schöne leere Welt (o.J.): https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/leerstand-in-berlin-kampf-gegen-spekulation-mit-immobilien-16510705.html.

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